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Eine inspirierende Story

Es ist kaum vier Monate her, da versuchte ich den Nano mitzuschreiben. Täglich bekam ich inspirierende Mails zum Nano. Ich hörte soviel wie möglich von der Online-Autoren-Messe und kämpfte darum, mich ins tägliche Schreiben zurückzuholen. In dieser Zeit las ich von Annika Bühnemanns Kurs „Marketing für Autoren“.

Missmutig dachte daran, dass ich mein Buch „Ich vermiss´dich, Papa!“ im Jahr 2014 auf Amazon veröffentlicht hatte. Ich löschte es schließlich wieder, denn kaum jemand hatte mein Buch gekauft. Mir war klar geworden, dass es nicht nur das unprofessionelle Cover und der traurige Titel waren, sondern der eigentliche Grund war, dass ich kein Marketing für mein Buch gemacht hatte. Und dabei verstehe ich Marketing nicht im Sinne einer Werbung. Marketing wie ich es verstehe, bedeutet eher ein sich öffnen für Kontakte in Netzwerken, in Verbindung und in den Austausch gehen, mit Menschen eines gemeinsamen Interesses, zum Wohle und Nutzen aller.

Marketing. Öffentlichkeit. Mitmachen. Teil einer großen Gemeinschaft werden. Sollte ich es versuchen? Mit neuem Cover und neuem Titel und mit Hilfe von jenen, die mehr Erfahrung haben als ich? Sollte ich wirklich Annikas Kurs buchen? Ich habe schwer mit mir gehadert. Weil es eine alles-oder-nichts-Entscheidung für mich war. Ich wollte doch so gerne weiterhin in privater Abgeschiedenheit mein schönes ruhiges Leben genießen! Überwiegend offline zu sein hatte mir gutgetan, in den drei Jahren zuvor. Aber in meinem Herzen habe auch immer noch Raiks Geschichte und den noch nicht überarbeiteten zweiten Kinderroman und die fünf neuen Bilderbuchgeschichten, die in 2017 aus mir herausgepurzelt sind. Und auch all die anderen Geschichten, die sich in den Jahren davor angesammelt haben, beanspruchen ihren Platz in meinem Herzen. Auch sie klopfen immer mal wieder bei mir an und wollen echte Bücher werden. Ich war sehr im Zwiespalt. Und so schrieb ich Annika von meinem Dilemma. Und Annika schrieb zurück. Ihre Worte halfen mir, meine Entscheidung zu treffen. Irgendwo mitten in ihrer Antwort sagte sie sinngemäß so etwas ähnliches wie: „Wenn es einfach ein schönes Hobby für dich ist, dann ist das doch auch gut.“

Und in dem Moment wusste ich es genau: NEIN! Es ist eben nicht nur ein schönes Hobby für mich. Es ist meine Lebensaufgabe, das, was ich am liebsten tue und am besten kann. Es ist meine Berufung. Aber ich hatte Angst vor dem Vielen, was dann auf mich zukommt. Ich hatte Angst, mich selbst und mein schönes geruhsames Leben aufzugeben. Angst, mich in Social Media zu verlieren und in Stress zu kommen. Ich wollte nicht jemand werden, der ich nicht bin, nur weil ich vielleicht versuche, in den Netzwerken allen und jedem gerecht zu werden. Ich wollte mich nicht selbst aufgeben müssen, nur, damit irgendwann mal irgendwer mitbekommt, dass ich einen echt guten Roman für Kinder geschrieben habe. Ich hatte Angst vor der vielen Arbeit, die es mit sich bringt, wenn ich mit meinem Schreiben öffentlich neu durchstarte, eine neue Website baue und mich unters Volk mische auf Facebook, Instagram und Co. Wie kann ich das alles tun, ohne mich selbst zu verlieren, ohne mich zu verbiegen? Wie kann ich authentisch bleiben und weiterhin die Loni sein, die alle Zeit der Welt hat, am Gatter zu stehen und den Hühnern beim Scharren zuzusehen?
Angst und Bequemlichkeit. Zwei starke Gegner.
Aber ich wusste eben auch, dass ich nicht auf die Welt gekommen bin um meinen Hühnern beim Scharren zuzusehen. Schließlich gab ich mir einen Ruck. Ich buchte Annikas Kurs und das löste die Bremsen. Ich wurde Teil der Facebookgruppe „Vom Schreiben leben“ und Teil der Facebookgruppe zu Annikas Marketingkurs.

Dafür musste ich mir allerdings erstmal einen Facebookaccount anlegen. Ich musste lernen wie alles funktioniert. Und genau dabei bin ich immer noch. Immer noch bin ich dabei, alles zu lernen, was die Technik im Computer betrifft. WordPress, Instagram, Pinterest, Google Analytics, Probleme lösen, Adobe Creative Cloud Programme neu lernen, Zeichnen lernen, Fotos bearbeiten, Jahresplanung, Ziele setzen, Positionierung, Zielgruppe und Branding bedenken, viel Ordnungsorganisatiorisches erledigen und auch noch Kaufentscheidungen treffen – etc. pp. Die täglich mir neu zufliegenden Ideen stapeln sich, neue Texte wollen geschrieben werden, Bilder fotografiert und gezeichnet werden, Filme wollen gedreht, geschnitten und vertont werden und dabei muss ich doch noch lernen, wie das überhaupt geht.

Es öffnen sich plötzlich Türen. Von Außen kommen Angebote auf mich zu, ohne, dass ich etwas dafür in Gang bringen musste. Ich habe wirklich plötzlich sehr viel Arbeit zu tun und immer bleibt das Meiste liegen, weil es ja auch noch meinen normalen Alltag gibt mit Haushalt, Garten, Hühnern, Bürojob und vor allem einer wunderbaren Partnerschaft, die mir wichtiger ist, als alles andere.

Komischerweise ängstigt mich all das, wovor ich mich vor ein paar Monaten noch gefürchtet hatte, überhaupt nicht mehr. Im Gegenteil. Ich fühle mich inspiriert, mit Haut und Haar meiner Berufung zu folgen.

 

 

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